Idee direkte Aktion i:da Logo

Verein | Freiraum | Werkstatt | anarchistisches Kollektiv

Stellungnahme Wagentruppe Treibstoff 28.10.09

Stand der Dinge, Oktober 2009

Nach zähen Verhandlungen mit dem privaten Grundstückseigentümer der
Liegenschaft Ausstellungsstraße/Ecke Nordportalstraße sind wir nun
erleichtert und froh, eine abgesicherte Winterlösung gefunden zu haben.
Wir, die Wagentruppe Treibstoff, haben es allein aus eigenen
Bemühungen geschafft, den Grundstückseigentümer von unserer Idee zu
überzeugen und eine Zwischennutzung auf privater Basis zu erreichen.
Das Konzept der Zwischennutzung geht nun zum ersten Mal seit den
Strapazen des Sommers 2009 auf. Im Klartext handelt es sich um eine
befristete Zwischenlösung über die Wintermonate, fixiert durch einen
Mietvertrag.
Fakt ist weiterhin, dass dies allein durch unsere Initiative passiert
ist und die Stadt noch kein einziges Zeichen setzte um unsere
Bestrebungen auch nur in der geringsten Art und Weise zu unterstützen.
Bis dato wurden mit uns, der Wagentruppe Treibstoff, noch keine
Gespräche mit handlungsbefugten Personen von Seiten der Stadt geführt.
Doch auch dieser Winter geht vorbei und das Szenario des Sommers wird
sich wiederholen, wenn keine Handlungen der Stadt folgen. Um es
erneut deutlich zu machen:
Weder wir, noch unsere Wägen werden uns in Luft auflösen.
Wo ist Wien anders, wenn sie einer alternativen, ökologischen und
sozialen Form des Zusammenlebens die LebensGRUNDlage verweigert.
Um weiterhin Zwischennutzung, auf privater wie städtischer Basis
betreiben zu können, brauchen wir eine klare, positive Stellungnahme
der Stadt Wien zum Wagenleben und eine dezidierte Auseinandersetzung
mit dem §60 Abs.2 der Wiener Bauordnung (welcher Wägen zu Bauwerken
macht).
In einer Zeit in der Mieten ins Unleistbare steigen und ganze
Wohnkomplexe aus dem Boden gestampft werden, obwohl laut einer
Statistik der “Statistik Austria” mehr als rund 80.000 Wohnungen in
Wien bereits leer stehen, ist es absurd einer Gruppe von Menschen, die
sich selbst ihren Wohnraum schaffen wollen, nur Steine in den Weg
oder in unserem speziellen Fall Fundamente an die Räder zu legen !!!
Die 2 neuen Wagenplätze und die Gruppe “Hausprojekt” zeigen den Bedarf
an Freiräumen, der in Wien absolut nicht gedeckt ist und stetig
steigt!! Immer mehr Menschen wollen in autonomen, selbstverwalteten
und unkommerziellen Projekten wirken und leben.
Selbstbestimmung ist ein Schlagwort welches mehr und mehr an Bedeutung
gewinnt. Die Aufoktroierung einer reglementierten und rein auf
marktwirtschaftliche Konzepte ausgerichtete Politik führt zu sozialer
Ungleichheit und wie sich auch in den letzten Tagen bewiesen hat, zu
Protesten. Zahlreiche Student_innen nehmen nicht mehr schweigend
hin wie Politik hauptsächlich für die Wirtschaft und nicht für die
Menschen betrieben wird.

Wir sind gekommen um zu bleiben, selbst zu bestimmen und zu verwalten und
wir werden immer mehr!!!

Wir fordern:

- Kompetente Ansprechpersonen und Projektkoordinator_innen
- Anwendung der Sonderwidmung “alternatives Leben”!
- Ermöglichung der Zwischennutung leerstehender Flächen und Häuser
durch    kulturelle Projekte!
- Abschaffung des §60 Abs.2 in der Wiener Bauordnung, welcher Wägen zu
Bauwerken macht!
- Einen langfristigen nutzungsvertrag für den Platz in der Hafenstraße!
(L)egalisierung des Wagenlebens

treibstoff.wagenplatz.at